Mitflug im Jet

Seit längerem gibt es die Möglichkeit zum Mitflug im Kampfjet. Die früheren russischen Angebote sind preislich leider in der Zwischenzeit explodiert und wohl nur noch was für eher gut betuchte. Das Angebot am preisgünstigeren Mitfliegen im Jet hat jedoch weltweit zugenommen. Günstiger sind die neuen Jetflug-Angebote vor allem weil es sich dabei um Trainings-Maschinen handelt. Sehr beliebt ist die Aero L-39 Albatros, ein tschechisches Produkt und der Standardtrainer des Ostblocks (exklusive Polen).

Die L-39 ist vergleichsweise günstig im Unterhalt, gutmütig zu fliegen und sparsam im Vergleich. Das macht Sie zu einem idealen Flugzeug für Spassflüge im Jet. Von der Leistung her kann sie sich natürlich nicht mit der MiG-29 Fulcrum messen. Die nur in Russland zu fliegende MiG-29 Fulcrum hat eine Steigleistung von 330m/s und fliegt über Mach II. Hingegen ist die L-39 in der Standardversion etwa 780km/h schnell und verfügt über keinen Nachbrenner.  Preislich kostet einMitflug in der MiG-29 etwa fünf mal mehr als der vergleichsweise kostengünstige Flug in der L-39.

Flüge gibt es über die Schweizer Firma MiGFlug mittlerweile an zahlreichen Orten: die L-39 fliegen kann man in Deutschland, Tschechien, Frankreich, Spanien oder den USA. Hawker Hunter fliegen in der Schweiz und den einzigen Überschallflug gibt es nach dem Ende von Thunder City mit der berühmten English Electric Lightning in Kapstadt wie gesagt in Russland mit der MiG-29.

Warum aber betreibt überhaupt jemand einen Kampfjet und wie kommt man zu einem Kampfjet? Die russischen Angebote sind meist nicht privat, sondern von staatlichen Stellen. Zunächst fanden die Flüge von Zhukvosky aus statt – dem Versuchsflughafen wo alle zwei Jahre die MAKS-Airshow stattfindet. Der Grund warum die Flüge überhaupt möglich wurden war die Währungs- und Finanzkrise, die Russland in den Neunzigerjahren durchgeschüttelt hat. Russland stand am Rande des Ruins und Einnahmen heis gesucht. So wurde westlichen Touristen Mitflüge in Jets erlaubt die eigentlich streng geheim sind. Es gab folgende Angebote:

  • Mitflug in der L-39 Albatros
  • Mitflug in der MiG-21 Fishbed
  • Mitflug in der MiG-23 Flogger
  • Mitflug in der MiG-25 Foxbat, Stratosphärenflug bis 25km Höhe und 2800km/h
  • Mitflug in der MiG-29 Fulcrum
  • Mitflug in der Su-27 Flanker

Speziell bei den letzten beiden Flugzeugen handelt es sich um hochmoderne Abfangjäger (MiG-29) bzw. Luftüberlegenheitsjäger (Su-27). Diese bilden auch heute noch das Rückgrat der russischen Luftstreitkräfte. Es war dies der Höhepunkt des Angebots an Mitflügen im Jet. Zusätzlich gab es in Thunder City/Kapstadt ja noch die English Electric Lightning und die Buccaneer, inzwischen sind diese auch nicht mehr verfügbar.

Im Jahr 2006 wurde als Folge steigenden Rohstoffpreise und des dadurch sanierten russischen Staatshaushalts die Kampfjet-Flüge ab Zhukovsky eingestellt. Es gab jedoch neu die Möglichkeit in Nischniy Novgorod MiG-29 Fulcrum undMiG-31 Foxhound zu fliegen. Diese finden in einem Werk des Herstellers Mikojan-Gurewitsch (MiG) statt.

Die L-39 Albatros wurden an Privatpersonen im Westen verkauft weil es nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ein massives Überangebot an diesen Trainingsjets gab. Einige wohlhabendere betreiben diese Jets als Hobby und bieten sie für Jet-Mitflüge an, in Zusammenarbeit mit MiGFlug. Andere betreiben die L-39 als Zielschleppflugzeug und haben entsprechende Verträge mit westlichen Luftwaffen abgeschlossen.

Weitere Informationen zum Kampfjet fliegen gibt es unter MiGFlug.com

 

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